Erato tanzt in Würzburg

Mein letzter Besuch in Würzburg liegt schon wieder fast ein Jahr zurück. Damals besuchte ich für mein Projekt SOUVENIR oder DIE FÄDEN DER ERINNERUNG Würzburg und selbstverständlich stand ein Gespräch mit der Künstlerin Constanze Hochmuth in ihrem Atelier auf meiner Agenda.
SELBSTVERSTÄNDLICH deswegen, weil wir uns seit unseren gemeinsamen Studienjahren an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg kennen. Constanze allerdings war in der Malereiklasse, ich hingegen ’nur‘ bei den Innenarchitekten.
Merke: In jener fernen Zeit war das Wort Gendern noch eine Unbekannte.

Wir kennen uns seit Lichtjahren

Als ich Constanze nun zum runden Geburtstag gratulieren konnte, stellte die Künstlerin aus Würzburg ganz lakonisch fest, daß wir uns „… länger kennen, als sie ihren Mann und ihre beiden Söhne…“. Demnach haben wir bald wieder etwas zu feiern: Fünf Jahrzehnte Freundschaft zwischen zwei Künstlerinnen.

Ein Brief von Herrn Söder

Das Atelier von Constanze ist bunt, fröhlich und überbordend an ihren Werken, Büchern und Sammelstücken. Genau so bunt gemischt war die Geburtstagsgesellschaft an jenem Nachmittag. Künstlerkolleginnen der benachbarten Ateliers kamen zum Gratulieren, brachten Blumen und eigene Werke als Geschenke mit. Freudestrahlend begrüßte Constanze Hochmuth jede einzelne und machte uns gegenseitig bekannt.

„Ja, und stellt Euch vor, der Herr Söder hat auch geschrieben und gratuliert… „. strahlte unsere umtriebige Freundin an ihrem besonderen Geburtstag. Da fragten wir uns schmunzelnd, ob der bayrische Landesvater eventuell noch eine Wand in der Staatskanzlei frei hat, für eines ihrer Werke.

Napoli forever!

Constanzes Mann, die Söhne der Künstlerin, Vittorio und Flavio sorgten sich pausenlos um unser leibliches Wohl. Vittorio führt in Würzburg die Pizzeria PINO. Dort soll es übrigens, neben der berühmten neapolitanischen, eine ultracoole, richtig luxuriöse Pizza geben, die den Namen eines nicht ganz unumstrittenen verstorbenen italienischen Politikers trägt …

Wiedersehen mit alten Freunden


An der langen Geburtstagstafel, bei Torte, Kaffee und Prosecco, begrüßten mich gleich noch mehr Freunde aus unserer gemeinsamen Akademiezeit: Marie und Herbert Dürrbeck aus Effeltrich. So tauchten wir ganz tief in unsere Erinnerungen ein. Da waren sie wieder, Studien bei Prof. Wunibald Puchner, auch viele andere Professoren, die damals an der Akademie lehrten und die Kommilitoninnen. Und, wir hatten uns ewig lange nicht mehr gesehen. Da mußten wir erstmal überlegen, wann das war. Richtig, unser letztes Treffen! Es liegt fast eine Dekade zurück, nämlich 2015, es war bei der Eröffnung meiner Ausstellung in der Fürther Auferstehungskirche.

Ach so, die Erato

Es ist eine alte Tradition, daß Künstler und Künstlerinnen untereinander Arbeiten tauschen oder kaufen. Die Bilder von Constanze Hochmuth-Simonetti haben mich, seit ich sie kenne, mit ihrer Leichtigkeit und Farbigkeit fasziniert und, mit den Jahren, erwarb ich eine kleine Sammlung ihrer frühen Gemälde.

Der Tanz der Erato – unser Beitragsbild – zeigt Erato, die Muse „Erato, die Liebevolle, Sehnsucht weckende„, wie Wikipedia erklärt. Und wer von uns braucht sie nicht, die Musen, die Inspirationsquellen? Nicht nur wir Künstlerinnen.

Danke, lieber Flavio, für die weiteren Fotos!