Leerer Beutel, wie bitte?

 „Wie bitte? Wo findet die Ausstellung statt?“ Mehrmals musste ich diese etwas zweifelnde Frage beantworten, als ich in meinem Freundeskreis zu einer Fahrt nach Regensburg einlud: Es geht um eine Ausstellung der Künstlerin Maria Maier und die findet in der Städtischen Galerie statt, also im Leeren Beutel.

Aufmerksam auf das zu erwartende besondere Event hatte mich Hans-Peter Miksch, der ehemalige Leiter der Fürther kunstgalerie, gemacht. Er hatte die Schau mit dem Titel „bis jetzt“  – Fotografie, Malerei, Zeichnung 1988-2023 kuratiert, die Arbeiten aus 35 Jahren künstlerischen Schaffens zeigt. 

Ich nehme an, daß der Kurator alle Hände voll zu tun hatte, das Oeuvre der Künstlerin zu sondieren, zu ordnen und entsprechend zu platzieren. Es umfasst nicht nur eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Werken, in unterschiedlichsten Techniken und Materialien, sondern entstammt auch aus verschiedenen Schaffensperioden der Maria Maier. Außerdem schuf sie ihre Arbeiten in etlichen Ländern und Kontinenten dieser Erde.

„Das Auge isst mit“


Die Orte, an welchen ihre Werke entstanden oder wo sie ihre Inspirationen fand, nahm die Künstlerin am Abend des 26. April 2024 als virtuelle Reiseroute für ihre Führung durch das weitläufige mehrgeschossige städtische Kulturhaus mit dem außergewöhnlichen Namen Leerer Beutel. Allein schon wegen der historischen Architektur, seiner beeindruckenden Holzkonstruktionen und imposanten Holzbalken wegen lohnt es sich, diesem Gebäude einen Besuch abzustatten. 

An diesem Abend jedoch sollten unsere Sinne nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch verwöhnt werden, denn nach den verschiedenen ‚Lebens – Stationen‘, durch die uns Maria Maier mit ihrem Vortrag führte, kamen wir wieder im großen Saal im Erdgeschoß an, wo uns zwei riesige weißgedeckte Tafeln empfingen.

Lebhafte Tischgespräche

Schnell entwickelte sich mit unseren Tischnachbarn Gespräche über die soeben präsentierten Arbeiten, über die Länder, welche die Künstlerin besucht hatte und über die Kunst, Gesehenes und Erlebtes mit Malerei, Fotografie und Zeichnung einzufangen.
Nahtlos ging die angeregte Plauderei in den Genuss der abwechslungsreichen internationalen Speisenfolge über, die uns ein erfrischend jugendliches Team auftischte.
Gerne wären wir an diesem Abend noch etwas länger geblieben, erreichten dann aber, im Stechschritt und gut gesättigt, gerade noch unseren Zug zurück nach Nürnberg. 

Besonders beeindruckend fand ich übrigens, neben den anderen wohl gestalteten Wänden, die ‚Petersburger Hängung‘, gleich im Eingangsbereich. In einem bunten Mix wurde dort die kreative Vielfalt von Maria Maiers Schaffen deutlich erkennbar.