Im Jahr 2014 fand ich mich zusammen mit vier Studentinnen der Faber Castell Akademie in einem Seminar wieder, von dem ich lediglich eine vage Idee hatte. Aber, das Thema hat mich ‚getriggert‘: „Intervention im öffentlichen Raum“.
Auch wenn ich noch kein richtiges Bild vor Augen hatte, sprang mich – wie schon so oft – der Reiz des Unbekannten an. Das Spontane, das Temporäre, die Intervention begeisterte mich und so begab ich mich in ein neues künstlerisches Abenteuer, um unbekanntes Terrain zu betreten und zu erforschen.Ein gemeinsames Thema blitzte spontan bei den vier anderen Teilnehmerinnen auf, gleich in der unmittelbaren Umgebung, rund um die stark verkehrsbelastete Bundesstraße, welche durch Stein führt: Stille und Lärm. Wir konzipierten daraus „Stille und Störung“ und entwickelten im Verlauf des dreitägigen Seminars, bei Dozentin Christiane ten Hoevel, Eingriffe in den öffentlichen Raum.
Als Schlusspunkt des Seminars starteten wir in das sonntäglich gemütliche Stadtbild von Stein: Unsere „Prozession StilleStoerung“ bewegte sich eine knappe Stunde durch die beschauliche mittelfränkische Ortschaft.

Der Weg der StilleStoerung
Nach dieser ,zugegebenermaßen, ziemlich spontanen Zusammenarbeit im Seminar, gründeten wir 2014 unsere Künstlerinnengruppe „StilleStoerung“. Ein langer spannender Prozess begann:
> Unsere Meetings sollten ab sofort regelmäßig monatlich stattfinden – meist in meinem zentral gelegenen Atelier PAS in Fürth.
> Für unsere Meetings fanden wir peu à peu klare Strukturen: Vorstellung unserer aktuellen künstlerischen Arbeit, Präsentation des jeweiligen „ArbeitsWortes„, Neuwahl des nächsten ArbeitsWortes, eine gemeinsame Arbeit nach dem Prinzip „Denk mit der Hand“ von Christiane ten Hoevel.
> Selbstverständlich gab es neben dem Entwickeln und Bearbeiten einer eigenen Gruppen-Homepage, Diskussionen um Terminplanungen, mögliche Ausstellungsräume und Überlegungen zu einem Gruppen-Konzept, eines gemeinsamen Statements, wie es andere Künstler:innengruppen bereits ausgearbeitet hatten.
> Zeitweise trafen wir uns in einer externen Location, einem aufgelassenem Schulhaus in Zehntbechhofen. Ein beschauliches Örtchen, in welchem wir durch gemeinsame Arbeiten, mehr und mehr zusammenwuchsen.
> Unsere erste – und gleichzeitig letzte gemeinsame Präsentation – zeigten wir im Frühjahr 2017 in allen Geschossen der Giechburg, oberhalb von Schesslitz.
> Den Schlusspunkt unserer künstlerischen Aktivitäten bildeten im Spätsommer / Herbst 2017 unsere vier aufeinander folgenden Einzelausstellungen zum Thema „WolkenBrot“. Meine Temporäre Skulptur, der blaue ReformKiosk im Fürther Stadtpark, war damit zum prominenten Ausstellungsort für vier unterschiedliche künstlerische Positionen der StilleStoerung geworden. Sowohl beim Publikum, wie auch in der Presse, stiess das besondere Format auf reges Interesse, über das wir, Ruth Bergmann, Doris Henle, Sybille Fenzel und ich, uns sehr freuten.

Foto: Thomas Scherer

