Was für ein Titel – für eine Ausstellung und ein Werk, das von unzähligen Widersprüchen durchzogen ist. Daniel Spoerri, der Schweizer Künstler, Tänzer und Regisseur, im Ausstellungstext als „einer der bedeutendsten Vertreter der Objektkunst“ bezeichnet, fasziniert mit einer schier unerschöpflichen Vielschichtigkeit.
Sammeln, sammeln, sammeln
Seine berühmten „Fallenbilder“, seine eigensinnigen Ordnungen und bewussten Unordnungen eröffnen mir eine ganz eigene Perspektiven auf seine Ideenwelt wie auf das Alltägliche. Ebenso beeindruckend sind seine Sammlungen – angehäuft, bewahrt und im Laufe seines künstlerischen Lebens immer wieder neu verarbeitet.

Die Zeit ist knapp am Sonntag Mittag in der Sammlung Falckenberg, die jeweils ausschließlich sonntags von 12 -17 Uhr geöffnet ist. Doch unsere begrenzte, einstündige Tour, durch die weiße Halle, verdichtet sich zu einem intensiven Streifzug durch die Avantgarde Kunst der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Abgegessene Teller – ungespülte Gläser
Angelockt von Spoerri und dem Ausstellungsplakat ICH LIEBE WIDERSPRÜCHE, begegnen wir auf den vier Etagen des Museums – untergebracht in den ehemaligen Phoenix-Werken – einer eindrucksvollen Kunstsammlung am Übergang in ein neues Jahrhundert.

Neben Spoerris Arbeiten treffen wir unter anderem auf Werke von Joseph Beuys, Mike Kelley, Christo, William Pope.L, Mark Dion, Andreas Slominski und Ray Johnson – Positionen, die jede für sich eigene Widersprüche formulieren und zugleich ein vielstimmiges Gesamtbild entstehen lassen.
Ein kurzer Besuch – jedoch unvergessliche Eindrücke. Äusserst empfehlenswert!

Mike Kelly


