Mit diesem Satz begann ich vor wenigen Wochen einen Text über die langjährige Bekanntschaft zwischen Birgit Maria Götz und mir.
Damals hatte mich die „Fürther Stadtmalerin“ eingeladen, im Mai 2026 an ihrer Ausstellung im kultur.lokal.fürth teilzunehmen. Neben der Beschreibung meiner dort gezeigten dreiteiligen Arbeit „TALES OF TRANSITION“ wollte ich auch etwas über die Verbindung zwischen ihrer Arbeit und meiner erzählen.
Nun ist dieser gemeinsame Ausstellungszeitraum vorbei.
Und heute Abend sitzen wir uns wieder gegenüber.

Im Bistro des Babylon Kinos treffe ich Birgit zu einem der Abende, die ich unter der Überschriftl „Persönliche Gespräche statt Vernissage“ veranstalte. Ausgangspunkt dieser Begegnungen, die in loser Folge stattfinden, ist meine Ausstellung „WENN DER WEG UNSCHARF WIRD, BLEIBT NUR DAS HÜPFEN VON FLECK ZU FLECK“. Schon nach wenigen Minuten sind wir mitten in Erinnerungen vertieft.
Das ist doch Lichtjahre her, oder?
Bei einer lockeren Unterhaltung und einigen Weinschorlen tauchen Geschichten auf, die irgendwo zwischen heute und einem anderen, früheren Leben zu liegen schienen.
Wir sprechen über Fürth, über gemeinsame Bekannte, über Ausstellungen und Begegnungen. Auch über unsere Professor:innen und Dozent:innen an der AdBK, der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Obwohl unsere Studienzeit einige Jahre auseinander lag, entdecken wir erstaunlich viele Berührungspunkte.
Manche Erinnerungen waren sofort wieder da. Andere mussten wir erst vorsichtig freilegen.

Wie wir uns kennenlernten
Unsere erste Begegnung fand noch in meiner Zeit als Innenarchitektin statt.
Eine meiner langjährigen Bauherrschaften hatte damals ein großes Gemälde von Birgit erworben – das „Ponyhäuschen“ im Fürther Stadtpark. Ich weiß noch, wie sehr ich mich darüber freute, dass ein solches Bild einen von mir gestalteten Raum bereichern würde. Und natürlich spielte auch ein wenig Stolz mit hinein: Die Künstlerin lebte schließlich in derselben Stadt wie ich.

Jahre später verschob sich mein Blick.
Ab 2010 suchte ich nicht mehr nur Kunstwerke für andere aus, sondern begann, selbst künstlerisch zu arbeiten. In dieser Zeit wurde Birgits Atelier im Kulturort Badstraße für mich zu einem besonderen Ort. Dort lernte ich nicht nur verschiedene malerische Techniken kennen, sondern auch die besondere Atmosphäre eines Raumes, in dem Kunst entsteht.
Unsere Begegnungen beschränkten sich längst nicht mehr nur auf die Malerei. Sie führten uns auch auf die Yogamatte und immer wieder in Gespräche über Kunst, Leben und Veränderung.
Wie sich der Kreis schließt
Seitdem kreuzten sich unsere Wege immer wieder.
Bei Ausstellungen und Festen. Auf dem Fürther Markt. Oder ganz zufällig irgendwo in der Stadt, wenn Birgit – mit Staffelei, Farben und Pinseln bepackt – auf dem Weg zu ihrem nächsten Motiv war.
Und dann kam das Frühjahr 2026.
Birgit lud mich ein, im Babylon Kino auszustellen. Ein Moment, in dem sich für mich ein Kreis schloss. Fünfzehn Jahre nach unserer ersten Begegnung standen wir nun erneut in einem gemeinsamen künstlerischen und räumlichen Zusammenhang: Der Fürther Stadtpark verbindet uns als Inspirationsquelle. Als Motiv zum Malen, Fotografieren und als Raum zum Durchatmen.
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten einer Stadt wie Fürth: Wege verlieren sich nie ganz. Sie kreuzen sich wieder, manchmal nach Jahren, manchmal nach Jahrzehnten.
Unser Abend jedenfalls war noch lange nicht zu Ende. Schade nur, dass unser „dritter Mann“ – ein ebenfalls in Fürth lebender Künstler, sowie Teilnehmer der letzten gemeinsamen Ausstellung im k.l.f., nicht mit aufs Foto wollte.

hier zumindest ein Bild von einem meiner Objekte, das
sein Namensvetter, Thomas Scherer, fotografiert hat.