Atelier PAS
Petra Annemarie Schleifenheimer

Auf Forschungsreise durch Mirjam Blümls Bildwelten

Galerist Thomas von Beyer-Stiepani begrüßt die zahlreichen Gäste. Danach übernimmt der Sammlungskurator der Kunstvilla Nürnberg, Alexander Steinmüller M.A., die spannende Einführung. Was folgt, fühlt sich weniger wie eine klassische Bildbetrachtung an: Es ist mehr der Auftakt zu einer „Forschungsreise“.

Steinmüller öffnet einen historischen Rahmen. Er lenkt den Blick auf Verbindungen zwischen der Leipziger Schule und der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg. Von dort aus führt er uns wie auf einer Expedition durch die unterschiedlichen Sphären im Werk der jungen Künstlerin Mirjam Blüml.

Gegenständliches und Symbolisches begegnen sich in ihren Gemälden, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen. Blüml bleibt, wie Steinmüller beschreibt, „in den fließenden Strukturen möglichst uneindeutig“. Spannung entsteht dabei besonders durch die Rollenverteilung: Tiere – in Farbe – werden zu Akteuren, farblose Menschen oder humanoide Wesen zu ihren Beobachtern. Bühnenartige Szenen, Archetypen und Hybridwesen öffnen Räume für unterschiedliche Deutungen. Einige der verwendeten Tiersymbole erläutert Steinmüller aus der Perspektive C. G. Jungs.

Verblasste Erinnerungen

Und doch entziehen sich die Bilder einer eindeutigen Erklärung. Sie wirken bisweilen wie „verblasste Erinnerungen“ und hinterlassen offene Fragen. Verstärkt wird dieser „ambivalente Unterton, die melancholische Stimmung“ dadurch, dass keines der Gemälde einen Titel trägt.

Unmittelbarer Ausgangspunkt für Blümls Malerei sind ihre ungefilterten Skizzen, die in der Ausstellung ebenfalls zu sehen sind. Aus diesen ersten Spuren entwickelt sie ihre Bildwelten, oft mit unterschiedlichen Materialien. Selbst Pinsel entstehen aus etwas sehr Persönlichem: aus ihrem eigenen Haar. Steinmüller nennt dies „körperliches Material“.

Vielleicht ist es genau diese Verbindung von Spur, Körper, Erinnerung und offenem Bedeutungsraum, die die Bilder so lange nachwirken lässt.

Mirjam Blüml
11. – 20. September 2026
Galerie Calarts
Lagerstr. 76
90768 Burgfarrnbach