Atelier PAS
Petra Annemarie Schleifenheimer

Mikro-Vernissage mit Brigitte und Udo Stenzhorn

Die vorletzte Woche meiner Ausstellung im Babylon beginnt. Noch immer liegt die Sommerhitze über Mittelfranken. Dazwischen entladen sich Gewitter, die in der Landwirtschaft erhebliche Schäden hinterlassen werden. Auch an meinem zentralen Ort, dem Fürther Stadtpark, sind Bäume und Äste dem stürmischen Wetter zum Opfer gefallen – ausgerechnet in jener Woche, in der dort der romantische Sommernachtsball stattfinden soll.

Meine Gäste kommen deshalb beschirmt, behütet und heute sogar mit Fächern zu unseren Mikro-Vernissagen.

Den Auftakt meiner „Mega-Meeting-Woche“ – diesmal stehen gleich vier Termine auf dem Programm – machen Brigitte und Udo Stenzhorn. Wir kennen uns erst seit knapp einem Jahr, und doch entwickelt sich innerhalb weniger Minuten ein erstaunlich vertrautes Gespräch. Es geht um bevorstehende Familienfeiern, das Wohnen und Reisen, um ein reparaturbedürftiges Dach im Schrebergarten und Brigittes Vorliebe für sorgfältig gebügelte Geschirrhandtücher.

Immer wieder kehren wir dabei in unsere unmittelbare Umgebung zurück: in „unseren“ Fürther Stadtpark und den Wiesengrund. Dazwischen schweifen die Gedanken nach Malaga oder Barcelona, Städte, die Brigitte und Udo bestens kennen und von denen sie unendlich viele Geschichten zu erzählen wissen.

Reichlich Gesprächsstoff bietet auch Brigittes Engagement bei den Unabhängigen Fürther Frauen sowie ihre literarischen Aktivitäten. Ob sie über das Projekt „Frauen sichtbar machen“ im Stadtmuseum Fürth schreibt oder Kurzgeschichten und Miniaturen verfasst – überall richtet sie ihren Blick auf Menschen und ihre Geschichten.

So ein Abend ist eigentlich viel zu kurz. Allein die Erzählung „Herr Brockelmann ist dagegen“ aus ihrem Büchlein Der Mond steht Kopf liefert genügend Anregungen, um über die Zukunft unserer Städte nachzudenken. Ja, selbst in der Fürther Innenstadt sorgen inzwischen Sprühnebler für neue Formen städtischer Klimaanpassung.

Keineswegs benebelt, aber durchaus beschwingt machen wir uns schließlich auf den Heimweg – mit dem Versprechen, die begonnenen Gespräche schon bald bei einem Aperol fortzusetzen.