Atelier PAS
Petra Annemarie Schleifenheimer

Von Nachbar:innen und Freund:innen

Eine besondere Woche geht zu Ende. Was bei Vernissagen meist zu kurz kommt, wurde diesmal zum eigentlichen Ereignis: Zeit für Gespräche. Meine kleinen „Mikro-Vernissagen“ im Bistro des Babylon Kinos schaffen Raum für Begegnungen – ohne Hektik, ohne flüchtige Begrüßungen, dafür mit Neugier und Aufmerksamkeit. Und mit einem goldenen Fürther Kleeblatt.

Die Mikro-Vernissagen machen es möglich

Den Anfang machten mein Nachbar Jürgen Grunert, Vorsitzender der Deutschen Ehlers-Danlos Initiative e. V., und seine Partnerin Monika. Unser Gespräch führte von meinen morgendlichen Spaziergängen durch den Fürther Stadtpark zu den FLECKEN, die derzeit im Babylon zu sehen sind. Mich interessierte dabei weniger, die Arbeiten zu erklären, als den Weg dorthin nachzuzeichnen: Wie werden alltägliche Beobachtungen zu künstlerischen Objekten? Welche Eindrücke bleiben haften und verdichten sich erst später im Atelier?

Vom Reisen und Tanzen

Bei kühlen Getränken stellten wir fest, dass uns die Freude am Reisen verbindet – und dass jeder von uns dabei etwas anderes mit nach Hause nimmt. Jürgen und Monika hatten den BLAUEN PASSAGIER bereits auf ihren Reisen durch Spanien und Südamerika begleitet und mir Fotografien geschickt. Nun ist er vermutlich schon auf dem Weg zum nächsten Ziel: dem Sambafestival in Coburg. Auch dort wird er neue Begegnungen sammeln.

Am folgenden Abend kam meine englische Nachbarin Fiona vorbei. Obwohl wir seit Jahren mit unseren Hunden dieselben Wege gehen, war es unser erstes längeres Gespräch. Ich erfuhr von ihrer Zeit als Balletttänzerin, sie wollte mehr über meine Arbeiten wissen. Dabei wurde mir einmal mehr bewusst: Wir bewegen uns durch dieselben Räume – doch jeder nimmt etwas anderes wahr. Vielleicht beginnt genau dort Kunst.

Keine Fotos – aber viele Erinnerungen

Den Abschluss dieser besonderen Woche bildete der Besuch meines Schulfreundes Werner Sommerhäuser und seiner Frau Doris. Zwischen Wiedersehen, Erinnerungen und Gesprächen verging die Zeit wie im Flug. Beim Abschied stellten wir fest, dass wir an diesem Nachmittag mehr miteinander gesprochen hatten als bei mancher Ausstellungseröffnung.

Erst später fiel mir auf, dass ich kein einziges Foto gemacht hatte.
Manche Begegnungen brauchen keine Kamera. Sie bleiben trotzdem